GOGOL BORDELLO

GOGOL BORDELLO

Im Sommer wird die blau-gelbe Faust über der Bühne zu sehen sein, wenn Gogol Bordello wieder durch unsere Clubs stürmen. Schließlich ist die Kapelle um Schauspieler, Sänger, Gitarrist, Frontmann und Chefideologe Eugene Hütz nicht nur eine der machtvollsten Party-Bands des Planeten, sondern durchaus auch politisch unterwegs. Dazu kommt, dass der Schauspieler, Sänger, Gitarrist, Frontmann und Chefideologe sowohl ukrainische als auch russische Wurzeln hat und durch die Musik seine Wut, seine Trauer und seine Hoffnung bezüglich des Kriegs in der Ukraine und des allgemeinen Zustands der Welt zum Ausdruck bringt. So erklärt er den Titel des jüngsten Albums aus dem Jahr 2022 folgendermaßen: „,Solidaritine‘ ist die Substanz, die unser Mitgefühl und unser volles menschliches Potenzial freisetzt. Ich nehme an, es ist ein Bruder von Adrenalin. Oder zumindest reimt es sich darauf. Also verwandle dein Adrenalin in ,Solidaritine‘ und los geht's! Möge dies euer punkiger Uplift für unsere unruhigen Zeiten sein.“ Tatsächlich ist die Platte aus gutem Grund die aggressivste, lauteste und direkteste des Musiker*innen-Kollektivs seit Langem. Und das will was heißen bei dieser wilden, interkontinentalen Horde, die seit 1999 die Welt mit einer unnachahmlichen Mischung aus rauem Punk und osteuropäischem Gypsy-Swing immer wieder aufwühlt. Ohne dabei bei aller Energie nie das Ziel aus den Augen zu verlieren: Nur Beharrlichkeit und Solidarität tragen uns durch die turbulentesten, traumatischsten und schwierigsten Zeiten. Wenn alle Hoffnung verloren scheint, leuchtet sie von innen heraus wie ein Licht, das nicht zu löschen ist. Dass es dabei auch einfach überwältigend wirkt, wenn die Band den Abend übernimmt, hat auch der rbb-Redakteur bei seinem Besuch des letzten Berlin-Konzerts erfahren: „Sieben bis elf Leute stehen gleichzeitig auf der Bühne, und keiner steht still. Die Musik klingt nach Volksfest auf dem Balkan, dann aber nach New Yorker Punkkeller, nach betrunkener Festivallaune und bekifften Dub Beats. Es ist diese Mischung aus größtmöglicher Tanzbarkeit, gemischt mit Lautstärke, Derbheit, Geschwindigkeit, die die Leute wahnsinnig macht. Ein Gogol-Bordello-Konzert ist eine wahnsinnige physische Erfahrung.“ Im Juli ist es wieder soweit.

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