Die legendäre Indie-Rockband Ghinzu aus Belgien steht seit ihrer Gründung für ihren ganz eigenen, energetischen Sound, den sie auf ihren elektrisierenden Konzerten zum Besten geben – angetrieben vom charismatischen Frontmann John Stargasm und der geballten musikalischen Kraft der Bandmitglieder. Dieses Jahr markiert einen Neuanfang für die Band, die kürzlich ihre neue Single „Out of Control“ ankündigte, mehr als 15 Jahre nach ihrem letzten Album, und damit die erste Single ihres diesjährigen neuen Albums. Im Juni kommen die Belgier, die in ihrer Heimat und Frankreich Arenen füllen, für ein exklusives Konzert nach Deutschland und spielen eine intime Show im Kölner Luxor.
Ghinzu gehen mit Kreativität um wie mit einem alchemistischen Prozess. Nichts wird überstürzt, nichts dem Zufall überlassen. Jeder Ton, jedes Geräusch scheint destilliert, geprüft, verworfen und neu zusammengesetzt. Siebzehn Jahre nach ihrem letzten Album kehrt die belgische Band mit „When Other Worlds Await“ zurück – und legt ein Werk vor, das nicht nur Erwartungen erfüllt, sondern sie übertrifft: dicht, emotional, präzise, voller innerer Spannung. Ein Album wie ein Brennglas auf Erfahrung, Reife und künstlerische Konsequenz.
Gegründet zu Beginn des neuen Jahrtausends, formten John Descamps und seine Mitstreiter Ghinzu früh zu einer Band, die Indie-Rock nicht reproduzierte, sondern transformierte. Von „Electronic Jacuzzi“, mit dem sie ihre Nische fanden, über „Blow“ (2004) bis zum Durchbruch „Mirror Mirror“ (2009) entwickelte sich ein Sound, der Queen’sche Größe, Grunge-Rohheit und bildende Kunst miteinander verband. Gerhard Richter und Francis Bacon wurden ebenso zu Referenzen wie Nirvana oder The Melvins. In den Jahren der Stille arbeiteten sie unter der Oberfläche, schrieben fast 90 Songs, ließen Ideen entstehen und wieder verschwinden, bis nur das Essenzielle blieb. Das neue Album klingt roh und doch reflektiert, körperlich und zugleich intellektuell. Songs wie „Out of Control“ oder „Snow White“ verbinden emotionale Wucht mit konzeptioneller Tiefe, erzählen von Abhängigkeit, Liebe, Verlust und gesellschaftlicher Erschöpfung. Entstanden ist das Werk an verschiedenen Orten und in Studios zwischen Belgien, Los Angeles, New York, dem Land und an Küstenorten.
Im letzten Drittel von „When Other Worlds Await“ öffnet sich der Blick nach außen. Die Musik denkt Bühne, Raum und Publikum mit. Ghinzu wollten nicht nur ein Album schaffen, sondern Energie übersetzen – die rohe Intensität ihrer Konzerte in eine neue Form gießen. Ihre erste Show nach langer Pause, bei einem Geburtstag vor Freund*innen und Familie, wurde zum Schlüsselmoment: kein Nostalgie-Reflex, sondern ein Gefühl von Präzision, Geschlossenheit, physischer Präsenz. Diese Band klingt wie eine, die wieder los will und gemerkt hat, dass jetzt der richtige Zeitpunkt ist. Wie eine, die den Studio-Raum verlässt und den offenen Raum sucht: Clubs, Hallen, Städte, Bewegungen. Ihre Songs sind gebaut für den Moment, in dem sie laut werden, für das kollektive Erleben, für das Zittern im Bass, für das Verstummen danach. Ghinzu denken Musik wieder als Ereignis – nicht als Produkt. Und genau deshalb ist die Rückkehr nicht abgeschlossen, sondern erst der Anfang. Im Sommer 2026 wird die Band für ein Konzert in Deutschland sein. Ein Ort, eine Bühne, ein Abend, an dem all diese Jahre, Ideen und Energien hörbar, spürbar, lebendig werden
