Was passiert, wenn man seine intimsten Gedanken ungefiltert ins Internet stellt und daraus Songs macht? Im Fall von pupsies entsteht Musik, die verletzlich, schrill und eingängig ist. Süße Melodien prallen auf verzerrte Synthesizer, Emo-Gefühle auf elektronische Beats und verspielte Internet-Ästhetik auf Texte, die nichts beschönigen.
Statt auf einen makellosen Popentwurf setzte pupsies mit den ersten Veröffentlichungen auf SoundCloud von Beginn an auf unmittelbare Gefühle und eine bewusst ungeschliffene Produktion. Zwischen Alternative Pop, Hyperpop und elektronischen Experimenten entstanden Stücke, in denen Sehnsucht, Verletzlichkeit und obsessive Gedanken ebenso Platz haben wie Humor und ein Hang zum Überdrehten. Auch die Bildsprache gehört dazu: Anime-Anklänge und eine von femininer Nostalgie geprägte Ästhetik treffen auf das emotionale Durcheinander des Erwachsenwerdens. 2026 wurde aus dieser digitalen Nische ein internationaler Erfolg. Die Single „misery.“ verbreitete sich rasant über soziale Netzwerke und entwickelte sich zu pupsies’ bislang größtem Hit. Schon der Klang ist ein Spiel mit Gegensätzen: flirrende, fast an alte Videospiele erinnernde Sounds, ein hartnäckiger Refrain und schließlich eine aufbrechende Gitarrenpassage. Mehr als 150 Millionen Spotify-Streams sammelte „misery.“ bereits, außerdem erreichte der Titel Platz 50 der US-amerikanischen Billboard Hot 100. Dass hinter dem viralen Erfolg mehr als ein einzelner Song steckt, zeigen Veröffentlichungen wie „my femcel life“, „take ur medication“ und die 2026 erschienene Single „misunderstooddd“. Die schonungslos persönlichen Titel passen zu einem Projekt, das sich musikalisch nicht festlegen lassen will.
Neue Musik und Kollaborationen stehen ebenfalls auf dem Programm, während pupsies den nächsten Schritt wagt und sich auf Tour begibt. Was bisher oft allein über Kopfhörer, Feeds und Fan-Edits erlebt wurde, bekommt plötzlich einen gemeinsamen Raum. pupsies will die eigenen Songs live nicht einfach reproduzieren, sondern das Publikum mitten in jene Welt holen, aus der sie entstanden sind. Wenn pupsies am 19. November in der Berliner Kantine am Berghain Halt macht, bekommt Internetkultur abseits vom Bildschirm einen völlig neuen Rahmen.
