Wer die LowDown Brass Band zum ersten Mal hört, versteht schnell, warum diese Formation aus Chicago seit Jahren eine so treue Fangemeinde aufbaut. Die sieben Musiker verbinden die Energie einer Brass Band mit Hip-Hop, Soul, Reggae, Funk und Jazz zu einem Sound, der ebenso tanzbar wie eigenständig ist. Entstanden ist daraus eine musikalische Handschrift, die tief in der Kultur Chicagos verwurzelt ist und sich bewusst von klassischen Vorbildern emanzipiert hat. Gegründet wurde die Band bereits 2003. Anfangs orientierte sie sich stark an den berühmten Brass-Band-Traditionen aus New Orleans. Doch mit den Jahren entwickelte LowDown einen eigenen Ansatz. „Wir wollten Musik schreiben, die unsere Stadt besser repräsentiert und authentischer zu dem passt, wer wir sind“, erklärt Sänger und Trompeter Shane Jonas. So öffnete sich die Band für Einflüsse aus Hip-Hop, Disco, Gospel, R&B, Ska und Reggae. Besonders der Einstieg des MCs Anthony „Billa Camp“ Evora im Jahr 2013 markierte einen Wendepunkt. Die Songs wurden zugänglicher, moderner und zugleich noch vielseitiger.
Heute gilt LowDown Brass Band als eine der spannendsten All-Horn-Formationen Nordamerikas. Statt Gitarren oder Keyboards stehen ausschließlich Bläser, Sousaphon, Schlagzeug und Gesang im Mittelpunkt. Das Ergebnis ist kraftvoll, unmittelbar und voller Dynamik. Jonas beschreibt die Band mit einem einzigen Wort: „Epic“. Tatsächlich besitzen viele ihrer Stücke eine Größe und Wucht, die weit über das hinausgeht, was man von einer klassischen Brass Band erwarten würde. Auch auf Tonträgern hat die Gruppe in den vergangenen Jahren ein beeindruckendes Tempo vorgelegt. Mit den Alben „The Reel Sessions“, „LowDown Nights“ und „$itizens of the World“ hat sie ihren Stil kontinuierlich weiterentwickelt. Singles wie „Call Me“, ein sonnendurchfluteter Mix aus Soul und Jazz, oder das clubtaugliche „Take Me Away“ zeigen die enorme stilistische Bandbreite. Ihre Musik fand sogar den Weg in die Hulu-Serie Cruel Summer sowie in das Nintendo-Switch-Spiel Super Crazy Rhythm Castle.
Vor allem live entfaltet LowDown Brass Band jedoch ihre ganze Kraft. Die Gruppe ist nahezu permanent auf Tour und spielte bereits auf renommierten Festivals wie dem Montreal Jazz Festival, Bonnaroo, Electric Forest oder dem Chicago Jazz Fest. Bei Konzerten entsteht regelmäßig eine Atmosphäre, die die Band selbst als Gemeinschaftserlebnis versteht. „Wir hoffen, dass die Leute tanzen und die Menschen neben sich kennenlernen“, sagt Jonas. „Es geht um Liebe, Zusammenhalt und darum, das Leben durch Musik und Tanz zu feiern.“ Diese Haltung spürt man in jeder Minute ihrer Shows: hohe Energie, mitreißende Bläsersätze und eine positive Ausstrahlung, die ganze Säle in Bewegung versetzt. Mit mehr als einer Million Spotify-Streams, internationalen Tourneen und einer stetig wachsenden Präsenz zählt LowDown Brass Band längst zu den außergewöhnlichsten Vertretern der modernen Brass-Musik. Davon kann man sich hierzulande im Herbst selbst überzeugen, wenn die LowDown Brass Band für vier Konzerte nach Deutschland kommt.
