DESTROY BOYS

DESTROY BOYS

Jun 2026
12

Erlangen E-Werk

Einlass: 19:00 Uhr,
Beginn: 20:00 Uhr
Präsentiert von ByteFM, FUZE, VISIONS
Jun 2026
16

Köln Freideck

Einlass: 18:30 Uhr,
Beginn: 19:30 Uhr
Präsentiert von ByteFM, FUZE, VISIONS
Jun 2026
18

Berlin Columbia Theater

Einlass: 19:00 Uhr,
Beginn: 20:00 Uhr
Präsentiert von ByteFM, FUZE, VISIONS
Jun 2026
24

Wiesbaden Schlachthof (Kesselhaus)

Einlass: 19:00 Uhr,
Beginn: 19:30 Uhr
Präsentiert von ByteFM, FUZE, VISIONS

Es ist dieser eine Moment, kurz bevor das Licht ausgeht, wenn ein Konzert noch Versprechen ist: ein kollektives Einatmen, das Knistern im Raum, die Ahnung, dass gleich etwas Unkontrollierbares passiert. Bei Destroy Boys gehört genau dieser Moment zum Markenkern. Ihre Shows sind keine bloßen Darbietungen, sondern Verdichtungen von Energie, in denen sich Schweiß, Wut und Euphorie zu einem körperlichen Erlebnis verweben. Wer sie einmal auf einer Bühne gesehen hat – sei es im Vorprogramm von Szenegrößen, auf Festivals wie dem Coachella oder auf einer ihrer eigenen Shows –, weiß, dass hier keine Distanz gewahrt wird. Das Publikum wird Teil des Geschehens, als würde sich die Musik nicht nur im Raum, sondern durch ihn hindurchbewegen.

Seit ihrer Gründung 2015 in Sacramento hat sich die Band um Alexia Roditis und Violet Mayugba von einem Zwei-Personen-Projekt zu einer festen Größe im internationalen Punk-Kosmos entwickelt. Früh geprägt von DIY-Spirit, wuchs ihr Sound mit jeder Veröffentlichung, vom rohen Debüt „Sorry, Mom“ bis hin zu späteren, deutlich ausdifferenzierteren Arbeiten. Dabei blieb stets eine Haltung erhalten, die sich gegen Zuschreibungen sperrt: musikalisch wie gesellschaftlich. Destroy Boys verstehen sich als „genrequeer“, ein Begriff, der programmatisch ist. Er beschreibt nicht nur ihre stilistische Offenheit zwischen Punk, Riot Grrrl, Indie und Alternative, sondern auch den Anspruch, gängige Kategorien von Identität infrage zu stellen.

Mit ihrem aktuellen Album „Funeral Soundtrack #4“ treiben sie diese Entwicklung weiter. Der Titel ist weniger Ironie als Bilanz: Jede ihrer bisherigen Platten markiere, so Mayugba, das Ende eines Lebensabschnitts. Nun, mit Mitte zwanzig, präsentieren sich die Musiker*innen gefestigter, selbstbewusster, und kompromissloser. Produziert von Carlos de la Garza, erweitert das Album den Klangraum der Band spürbar. Neben den vertrauten Punk-Wurzeln treten Einflüsse von Goth, Bossa Nova oder sogar Salsa. Roditis’ Stimme, früher oft im Lärm verborgen, tritt nun klarer hervor, variiert zwischen roher Dringlichkeit und überraschender Melodik. Thematisch kreist „Funeral Soundtrack #4“ um Reifung, Selbstbehauptung und das Ringen mit inneren Widersprüchen. Songs wie „Shadow (I’m Breaking Down)“ greifen psychologische Konzepte auf, während andere Stücke Geschlechterrollen oder Machtstrukturen offensiv verhandeln. Dabei wirkt nichts didaktisch; vielmehr entsteht der Eindruck einer Band, die ihre eigenen Brüche produktiv macht.

Dass Destroy Boys heute größere Bühnen anstreben, widerspricht bewusst einem alten Punk-Dogma, das Erfolg mit Verrat gleichsetzt. Sie wollen mehr, und sagen das offen. Vielleicht ist es gerade diese Ambition, die ihre Musik so dringlich macht: der Wille, gehört zu werden, ohne sich dabei zu glätten. Im Juni 2026 ist es auch bei uns endlich wieder soweit: Neben den bereits bestätigten Auftritten beim Hurricane sowie Southside Festival kommen Destroy Boys auch für vier Clubshows nach Deutschland. Ein Versprechen auf genau jene Momente, in denen das Licht ausgeht und alles möglich scheint.

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